Geraer Straße in Steglitz-Zehlendorf: Wollt ihr dort kein Geld verdienen?

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Liebe Telekommunikationsunternehmen, liebe Strategiepartner der Berliner Gigabitstrategie: Wie kann es sein, dass es im Einzugsbereich der Geraer Straße in Steglitz-Zehlendorf offenbar noch immer Erschließungslücken gibt?
In einem zahlungskräftigen Einfamilienhausgebiet, in dem man moderne Anschlüsse eigentlich erwarten müsste, scheint vielerorts noch immer nicht das anzukommen, was anderswo längst als selbstverständlich gilt. Das ist nicht nur unverständlich. Es ist auch peinlich.

Ein Gebiet, das eigentlich attraktiv sein müsste

Der Einzugsbereich der Geraer Straße in Steglitz-Zehlendorf ist kein entlegener Problemraum, keine strukturschwache Randlage und kein Gebiet ohne wirtschaftliches Potenzial. Im Gegenteil: Es handelt sich um ein gewachsenes Wohnumfeld mit Ein- und Zweifamilienhäusern, um eine ruhige und vergleichsweise stabile Lage, also genau um jene Art von Gebiet, in der man Nachfrage, Zahlungsbereitschaft und Interesse an leistungsfähiger digitaler Infrastruktur eigentlich voraussetzen darf.

Gerade deshalb wirkt die Situation so widersprüchlich. Wenn in einem solchen Umfeld moderne Breitbandinfrastruktur nicht selbstverständlich verfügbar ist und sich Anwohner im Zweifel weiter mit einfachen Anschlüssen begnügen müssen, dann stellt sich zwangsläufig eine sehr direkte Frage: Warum wird hier nicht konsequenter ausgebaut?

Die falsche Botschaft an die Menschen vor Ort

Für die Betroffenen ist das kein abstraktes Infrastrukturthema. Es geht um ganz praktische Lebensrealität: um Homeoffice, stabile Videokonferenzen, Streaming, digitale Dienste, private und berufliche Nutzung, Zukunftsfähigkeit des Wohnstandorts und nicht zuletzt auch um den Wert einer Immobilie. Wer heute in einem solchen Gebiet lebt, erwartet mit gutem Grund mehr als bloße Grundversorgung.

Wenn diese Erwartung enttäuscht wird, sendet das eine fatale Botschaft: Ausgerechnet dort, wo Nachfrage vorhanden sein müsste, wo Kunden vorhanden sind und wo die wirtschaftliche Attraktivität des Ausbaus eigentlich naheliegt, passiert offenkundig zu wenig. Das lässt sich schwerlich als bloßer Einzelfall oder als bedauerliche Verzögerung abtun. Es wirkt vielmehr so, als würden manche Gebiete im Schatten guter Gesamtzahlen einfach mitlaufen, ohne wirklich priorisiert zu werden.

Der Appell an TKU und Strategiepartner

Deshalb richtet sich der Fingerzeig ausdrücklich nicht zuerst an die Politik, sondern an die Telekommunikationsunternehmen und die Strategiepartner, die beim Breitbandausbau Verantwortung tragen und sich öffentlich zur Gigabitstrategie bekennen.

Denn Hand aufs Herz: Wenn selbst ein zahlungskräftiges Einfamilienhausgebiet in Steglitz-Zehlendorf nicht konsequent erschlossen wird, wo soll der eigenwirtschaftliche Ausbau denn dann greifen? Wenn nicht hier ein attraktiver Markt gesehen wird, wo dann?

Die Frage ist deshalb zugespitzt, aber berechtigt:
Wollt ihr dort kein Geld verdienen?

Denn genau so wirkt es. Wer in einem solchen Gebiet keine überzeugende Infrastruktur anbietet oder den Ausbau nicht sichtbar vorantreibt, verzichtet offenkundig auf Kunden, die es sehr wahrscheinlich gäbe. Das ist nicht nur aus Sicht der Anwohner ärgerlich, sondern auch aus marktwirtschaftlicher Sicht erstaunlich.

Gute Strategien müssen sich vor Ort beweisen

Gigabitstrategien, Ausbaupartnerschaften und Fortschrittsmeldungen sind nur dann glaubwürdig, wenn sie sich auch im konkreten Straßenbild bewähren. Nicht in der Präsentation, nicht in der Übersichtsgrafik, sondern dort, wo Menschen wohnen und Anschlüsse nutzen wollen.

Genau deshalb sind Gebiete wie der Einzugsbereich der Geraer Straße so aufschlussreich. Sie zeigen, ob Ausbauversprechen tatsächlich in der Fläche ankommen oder ob sich Teile des Marktes auf die lukrativsten, einfachsten oder sichtbarsten Projekte konzentrieren, während andere Wohnlagen trotz guter Voraussetzungen zurückbleiben.

Vermutlich kein Einzelfall

Die Geraer Straße dürfte kaum der einzige Fall sein. Vieles spricht dafür, dass es auch in anderen Berliner Wohnlagen vergleichbare Lücken gibt: Gebiete, die nach außen ordentlich aussehen, in denen aber vor Ort keine moderne Anschlussrealität angekommen ist. Gerade deshalb sollte die Situation nicht achselzuckend hingenommen werden.

Es braucht einen ehrlichen Blick auf die noch offenen Lücken. Und es braucht die Bereitschaft, diese nicht wegzuerklären, sondern endlich anzugehen.

Was jetzt passieren muss

Die Telekommunikationsunternehmen und die Strategiepartner sollten genau solche Gebiete aktiv identifizieren, priorisieren und erschließen. Nicht irgendwann, nicht nachrangig, nicht als Randnotiz. Sondern mit dem klaren Anspruch, dass moderne digitale Infrastruktur gerade auch dort verfügbar sein muss, wo Nachfrage, Zahlungsbereitschaft und Standortqualität offensichtlich vorhanden sind.

Wer Gigabit ernst meint, muss gerade in solchen Wohnlagen liefern.

Fazit

Der Einzugsbereich der Geraer Straße in Steglitz-Zehlendorf steht exemplarisch für ein Ärgernis, das nicht einfach unter den Tisch fallen darf: Erschließungslücken dort, wo sie eigentlich am wenigsten verständlich sind.

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